Sie überlegen sich einen kleinen, weißen Begleiter ins Haus zu holen und sind dabei auf den Malteser gestoßen. Kein Wunder – dieser Hund gilt als charmant, verspielt und sieht aus wie ein lebendiges Plüschtier. Aber ist er wirklich der pflegeleichte Familienhund, für den er oft gehalten wird? Wir haben uns die Fakten angesehen: Charakter, Pflegeaufwand, Gesundheitsrisiken und vor allem: Ist der Malteser tatsächlich für Anfänger geeignet?

Widerristhöhe: 20–25 cm ·
Gewicht: 3–4 kg ·
Lebenserwartung: 12–15 Jahre ·
Fellfarbe: reinweiß ·
FCI-Gruppe: 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) ·
Ursprungsland: Malta (Mittelmeerraum)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ob Malteser wirklich hypoallergen sind, ist individuell unterschiedlich (ZooRoyal)
  • Die genaue Lebenserwartung variiert je nach Zuchtlinie (ZooRoyal)
3Zeitleisten-Signal
  • Seit Jahrhunderten als Begleithund gezüchtet – kein moderner Trendhund (United Kennel Club)
4Wie es weitergeht
  • Nachfrage nach kleinen, wohnungsgeeigneten Hunden steigt – Malteser profitieren

Malteser auf einen Blick

Sechs wichtige Kennzahlen zur Rasse, zusammengefasst aus Zuchtstandards und Fachportalen.

Die offiziellen Standards und Ratgeber zeichnen ein klares Bild: Der Malteser ist ein kompakter, langhaariger Begleithund mit bemerkenswerten Eigenschaften.

Merkmal Wert
Größe 20–25 cm (Josera Ratgeber)
Gewicht 3–4 kg (Josera Ratgeber)
Lebenserwartung 12–15 Jahre
Fell Lang, seidig, reinweiß (Fressnapf Luxemburg)
Charakter Lebhaft, verspielt, anhänglich (Tierchenwelt)
Besonderheit Haart kaum, brachycephal (ZooRoyal)

Die Botschaft der Zahlen: ein kleiner, leichter Hund mit langer Lebenserwartung – aber auch mit einem Fell, das tägliche Pflege verlangt.

Ist der Malteser für Anfänger geeignet?

Charaktereigenschaften des Maltesers

  • Der Malteser gilt als intelligent und lernwillig – das erleichtert die Erziehung (Fressnapf Österreich).
  • Er ist anhänglich und menschenbezogen, was für Anfänger eine emotionale Bindung schafft, aber auch zur Herausforderung werden kann (Mit Tier Ratgeber).
  • Martin Rütter beschreibt den Malteser als freundlich, aber auch als Hund, der klare Grenzen braucht – ein wichtiger Hinweis für Neulinge.

Erziehungsaufwand für Anfänger

  • Mehrere deutschsprachige Ratgeber bewerten den Malteser als für Anfänger geeignet, vor allem wegen seines lernwilligen und sanften Wesens (Josera).
  • Fressnapf empfiehlt eine frühe, ruhige Erziehung mit Geduld – kein Platz für Härte (Fressnapf Österreich).
  • Eine typische Belastung ist der Bedarf an konsequenter, aber sanfter Erziehung, damit der Hund nicht verwöhnt oder inkonsequent geführt wird (Deutsche Familienversicherung).
Fazit: Der Malteser ist kein Hund für jedermann, aber für den motivierten Anfänger durchaus geeignet. Der Besitzer muss klare Regeln setzen und Geduld mitbringen. Der Hund liefert dafür Zuneigung und Lernbereitschaft.
Der Trade-off

Der Malteser ist intelligent genug, um schnell zu lernen – aber auch schlau genug, um Lücken in der Konsequenz auszunutzen. Für Anfänger bedeutet das: mehr Verantwortung als bei einem Golden Retriever, aber weniger als bei einem Schäferhund.

Können Malteser gut alleine bleiben?

Trennungsangst beim Malteser

  • Malteser sind sehr anhänglich und können unter Trennungsangst leiden, wenn sie nicht daran gewöhnt werden (ZooRoyal).
  • Sie sollten nicht länger als 4–6 Stunden allein gelassen werden – das ist eine harte Grenze (Deutsche Familienversicherung).

Training für das Alleinbleiben

  • Ein konsequentes Training von klein auf ist notwendig, um Trennungsangst zu vermeiden.
  • Beginnen Sie mit kurzen Abwesenheiten von 5–10 Minuten und steigern Sie diese langsam.

Die Implikation: Wer Vollzeit arbeitet oder viel unterwegs ist, sollte sich gut überlegen, ob ein Malteser die richtige Wahl ist – oder ob ein zweiter Hund als Gesellschaft in Frage kommt.

Wie stark haart ein Malteser?

Fellpflege des Maltesers

  • Malteser haaren kaum bis gar nicht, da ihr Fell dem menschlichen Haar ähnelt (ZooRoyal).
  • Das fehlende Unterfell und das kontinuierlich wachsende Fell machen regelmäßige Pflege notwendig (ZooRoyal).
  • Ein anderer deutschsprachiger Ratgeber empfiehlt die Fellpflege idealerweise täglich (Fressnapf Luxemburg).

Haarausfall und Allergiker

  • Der Malteser wird häufig als gut geeignet für Allergiker beschrieben, wobei dies keine medizinische Garantie ist (ZooRoyal).
  • Tägliches Bürsten verhindert Verfilzungen und hält das Fell gesund.
Das Paradox

Der Malteser haart nicht – aber das macht ihn nicht pflegeleichter. Im Gegenteil: Das seidige Fell muss täglich gebürstet werden, sonst entstehen schmerzhafte Verfilzungen. Weniger Staub, mehr Arbeit.

Fazit: Der Malteser verliert kaum Haare, aber verlangt tägliche Fellpflege. Allergiker sollten einen Allergietest machen, bevor sie sich endgültig entscheiden.

Ist der Malteser ein Kläffer?

Bellverhalten des Maltesers

  • Malteser neigen zu übermäßigem Bellen, wenn sie nicht erzogen werden (Tierchenwelt).
  • Durch konsequentes Training kann das Bellen reduziert werden (Fressnapf Österreich).
  • Martin Rütter betont die Wichtigkeit der Sozialisation – ein schlecht sozialisierter Malteser bellt aus Unsicherheit.

Erziehung zum ruhigen Verhalten

  • Frühe Sozialisation ist der Schlüssel: Welpen sollten verschiedene Umgebungen und Menschen kennenlernen.
  • Belohnen Sie ruhiges Verhalten, ignorieren Sie Bellen – das verstärkt die gewünschte Reaktion.

Das Muster: Der Malteser bellt nicht aus Bosheit, sondern aus Aufmerksamkeit oder Unsicherheit. Wer das versteht, kann das Verhalten steuern.

Was sind die Nachteile der Malteser?

Gesundheitsprobleme

  • Häufige Todesursache: Herzerkrankungen (z. B. Mitralklappeninsuffizienz) und Atemprobleme aufgrund der brachycephalen Kopfform.
  • Atemprobleme durch die kurze Schnauze sind ein ernstes Thema – besonders bei Hitze (FCI-Standard).
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig – mindestens einmal jährlich.

Pflegeaufwand

  • Ein häufiger Nachteil ist der hohe Pflegeaufwand für das lange, weiche Fell (Fressnapf Luxemburg).
  • Die Zahnpflege ist ebenfalls aufwendig: Malteser neigen zu Zahnstein und Zahnfleischentzündungen.

Anhänglichkeit

  • Starke Bindung an den Besitzer kann zu Trennungsangst führen (Mit Tier Ratgeber).
  • Der Malteser ist kein Hund für Menschen, die viel allein sind – er braucht Gesellschaft.
Was zu beachten ist

Der Malteser ist kein Low-Maintenance-Hund. Der Pflegeaufwand, die Gesundheitsrisiken und die emotionale Abhängigkeit fordern den Besitzer – besonders den Anfänger. Wer das unterschätzt, riskiert einen unglücklichen Hund und Frustration.

Vorteile

  • Intelligent und lernwillig
  • Haart kaum – gut für Allergiker (nicht garantiert)
  • Ideal für Wohnungshaltung
  • Lebenserwartung 12–15 Jahre

Nachteile

  • Hoher Pflegeaufwand (tägliches Bürsten)
  • Neigt zu Trennungsangst
  • Brachycephal – Atemprobleme möglich
  • Bellfreudig bei falscher Erziehung

Was ist die häufigste Todesursache bei Malteserhunden?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

  • Herzerkrankungen (z. B. Mitralklappeninsuffizienz) sind die häufigste Todesursache.
  • Sie treten oft im Alter von 8–12 Jahren auf und sind durch regelmäßige tierärztliche Kontrollen früh erkennbar.

Atemwegserkrankungen

  • Atemprobleme durch die kurze Schnauze (brachycephal) sind ein weiteres Risiko.
  • Hitze und Anstrengung können lebensbedrohlich sein – Halter müssen vorsichtig sein.

Krebs

  • Verschiedene Krebsarten treten bei Maltesern auf, aber seltener als Herzkrankheiten.
Fazit: Der Malteser stirbt am häufigsten an Herzkrankheiten. Besitzer sollten ab dem 7. Lebensjahr jährliche Herzuntersuchungen einplanen – das kann die Lebenserwartung verlängern.
Warum das wichtig ist

Eine Mitralklappeninsuffizienz ist behandelbar, wenn sie früh erkannt wird. Für den Malteser-Besitzer bedeutet das: nicht auf Symptome warten, sondern regelmäßig zum Tierarzt. Die Kosten für eine Herzecho liegen bei etwa 100–200 Euro – eine Investition, die sich lohnt.

Wer sich für einen Malteser interessiert, findet bei Malteser Hunde: Charakter, Pflege und Kosten eine umfassende Übersicht zu Charakter, Pflege und den anfallenden Kosten.

Häufig gestellte Fragen zum Malteser

Wie viel kostet ein Malteser Welpe?

Ein Malteser Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro. Die Preise variieren je nach Zuchtlinie, Gesundheitsuntersuchungen und Region. Vorsicht vor Angeboten unter 800 Euro – das deutet oft auf unseriöse Vermehrung hin.

Ist der Malteser ein Familienhund?

Ja, der Malteser ist ein ausgezeichneter Familienhund – aber er bevorzugt ruhige Umgebungen. Mit kleinen Kindern kann es zu Konflikten kommen, da der Malteser empfindlich ist und sich schnell erschreckt. Ältere Kinder, die respektvoll mit Hunden umgehen, sind ideal.

Wie oft muss ein Malteser gebürstet werden?

Idealerweise täglich, mindestens aber alle zwei Tage. Das seidige Fell neigt zu Verfilzungen, besonders hinter den Ohren und an den Beinen. Ein Kamm oder eine weiche Bürste reichen aus.

Kann ein Malteser mit Kindern gehalten werden?

Ja, aber nur mit ruhigen, respektvollen Kindern. Der Malteser ist kein robuster Spielhund – er ist klein und empfindlich. Beaufsichtigung ist immer notwendig.

Welche Farbe hat ein Malteser?

Reinweiß ist die einzige Farbe, die dem FCI-Standard entspricht. Andere Farben wie braun oder schwarz gibt es nicht bei reinrassigen Maltesern. Abweichungen deuten auf Mischlinge hin.

Wie alt wird ein Malteser im Durchschnitt?

12–15 Jahre, bei guter Pflege und Gesundheit auch bis zu 18 Jahre. Die Lebenserwartung hängt stark von der Zuchtlinie und der Gesundheitsvorsorge ab.

Braucht ein Malteser viel Auslauf?

Nein, der Malteser ist kein Hochleistungshund. Zwei bis drei Spaziergänge von je 20–30 Minuten reichen aus. Er ist ein Begleithund, der lieber Zeit mit seinem Menschen verbringt, als stundenlang zu laufen.

Der Malteser ist ein wunderbarer Begleiter – aber kein Selbstläufer. Für den Erstbesitzer, der bereit ist, Zeit in Pflege, Erziehung und Gesundheitsvorsorge zu investieren, ist er eine hervorragende Wahl. Wer jedoch einen pflegeleichten, unabhängigen Hund sucht, wird mit einem Malteser nicht glücklich. Die Entscheidung ist klar: entweder der Aufwand – oder ein anderer Hund.